Pflegestärkungsgesetz II

Pflegestärkungsgesetz II ( PSG II )

Ab dem 01.01.2017 wird das neue Begutachtungsverfahren und die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade erfolgen. In Zukunft werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und in die Einstufung mit einbezogen. Mit der Begutachtung wird der Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen gemessen und - mit unterschiedlicher Gewichtung - zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Daraus ergibt sich die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade. Die sechs Bereiche sind:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Wer bereits in einer stationären Einrichtung untergebracht ist wird per Gesetzt automatisch in das neue System der Pflegegrade übergeleitet. In diesem Fall muss kein neuer Antrag auf Begutachtung gestellt werden. Bewohner mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen werden automatisch in den nächst höheren Pflegegrad übergeleitet ( Beispiele: Pflegestufe I wird in Pflegegrad 2, Pflegestufe III wird in Pflegegrad 4 übergeleitet). Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (PEA) werden in den übernächsten Pflegegrad übergeleitet ( Beispiele: Pflegestufe 0 mit PEA werden in Pflegegrad 2; Pflegestufe 2 mit PEA werden in Pflegegrad 4 übergeleitet.

Monatliche Leistungsbeträge der Pflegekassen in der Stationären Pflege:

Pflegegrad 1    125,00 €

Pflegegrad 2    770,00 €

Pflegegrad 3  1.262,00 €

Pflegegrad 4  1.775,00 €

Pflegegrad 5  2.005,00 €

 

Durch die Überleitung der Pflegestufen in Pflegegrade verbunden mit den höheren Leistungen der Pflegekassen wird es ab dem 01.01.2017 zu einem einheitlichen Zuzahlungsbetrag der Heimbewohner kommen. Dies bedeutet, dass ab Januar 2017 alle Bewohner in der jeweiligen Einrichtung ( HDA oder WGD) den selben Eigenanteil entrichten, unabhängig von ihrem Pflegegrad.

 

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Finanzierung/Vertretung

Finanzierung/Vertretung

Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz ab dem 01.01.2015

Das von der Bundesregierung beschlossene Pflegestärkungsgesetz hat zur Folge, dass die persönliche Belastung der Heimbewohner ab dem 01.01.2015 sinkt. Der von den Pflegekassen getragene Teil der Pflegekosten wird automatisch von der Rechnung an die Heimbewohner abgesetzt.

Der Leistungsanteil der Pflegekassen beträgt ab dem 01.01.2015

Pflegestufe 1: 1.064,00 € ( bisher 1.023,00 €)

Pflegestufe 2: 1.330,00 € ( bisher 1.279,00 €)

Pflegestufe 3: 1.612,00 € ( bisher 1.550,00 €)

Härtefall      : 1.995,00 € ( bisher 1.918,00 €)

das „Pflegestärkungsgesetz I“ bringt Ihnen ab 01.01.2015 für die Bereiche Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege Leistungsverbesserungen, auf die wir Sie nachfolgend hinweisen möchten.

 

  Bisheriger und künftiger Zuschuss der Pflegekasse bei Kurzzeitpflege

 

Pflegebedürftigkeit

Leistungen 2014

pro Kalenderjahr

Leistungen 2015

pro Kalenderjahr

Pflegestufen 0 (mit Demenz*)

0,-€

1612,-€

Bis zu 4 Wochen

Pflegestufen I, II oder III

1550,-€

Bis zu 4 Wochen

1612,-€

Bis zu 4 Wochen

 

* Gilt nur für Personen mit dauerhaft eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne

   des § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Ab 01.01.2015 kann der im Kalenderjahr noch nicht verbrauchte Anteil für Verhinderungspflege auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden, so dass dann für die Kurzzeitpflege bis zu 3224 € zur Verfügung stehen; parallel kann die Zeit für Kurzzeitpflege auf bis zu 8 Wochen ausgeweitet werden.

 

 

  Verhinderungspflege

 

Pflegebedürftigkeit

Leistungen 2014

pro Kalenderjahr

Leistungen 2015

pro Kalenderjahr

Pflegestufen 0 (mit Demenz*)

1550,-€

Bis zu 4 Wochen

Bis zu 1612,-€

Bis zu 6 Wochen

Pflegestufen I, II oder III

1550,-€

Bis zu 4 Wochen

Bis zu 1612,-€

Bis zu 6 Wochen

 

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im

  Sinne von § 45a SGB XI - das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen.

 

 

Die sog. Verhinderungspflege ist ab 01.01.2015 für bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr möglich. Zudem können bis zu 50%  des Leitungsbetrags für Kurzzeitpflege (806 €) künftig für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Der Betrag für die Kurzzeitpflege wird dann entsprechend reduziert.

 

 

  Pflegegeld

 

Pflegebedürftigkeit

Leistungen 2014

pro Monat

Leistungen 2015

pro Monat

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

120,-€

123,-€

Pflegestufe I

235,-€

244,-€

Pflegestufe I (mit Demenz*)

305,-€

316,-€

Pflegestufe II

440,-€

458,-€

Pflegestufe II (mit Demenz*)

525,-€

545,-€

Pflegestufe III

700,-€

728,-€

Pflegestufe III (mit Demenz*)

700,-€

728,-€

 

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im

  Sinne von § 45a SGB XI - das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

 

  Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

 

Pflegebedürftigkeit

Leistungen 2014

pro Monat

Leistungen 2015

pro Monat

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

31-€

40,-€

Pflegestufe I, II oder III

31,-€

40,-€

 

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im

  Sinne von § 45a SGB XI - das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Die Mittel stehen Ihnen für den Kauf von zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln wie z.B. Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel monatlich zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am 2016-10-05 von Michael Lowka.

Trägt die Pflegeversicherung alle Heimkosten ?

Nein, die Pflegeversicherung ist keine Vollkasko-Versicherung, sie soll nur einen Teil finanzieren. Grundsätzlich muss aber unterschieden werden zwischen einer Langzeit- und einer Kurzzeit- bzw.Verhinderungspflege.

Zur Finanzierung einer vollstationären Langzeitpflege werden primär das Einkommen und das Vermögen des Pflegebedürftigen herangezogen. Ggfs. werden auch nahestehende Angehörige in direkter Linie herangezogen, aber auch Sozialhilfeträger springen ein.

Eine pauschale Antwort kann es nicht geben, sondern der Einzelfall muss betrachtet werden. Gerne erläutern wir Ihnen mehr in einem Beratungsgespräch.

Zuletzt aktualisiert am 2012-05-23 von .

Was ist in den Kosten alles enthalten ?

Das monatliche Heimentgelt setzt sich aus den einzelnen Entgeltbestandteilen für Pflege, Unterkunft und Verpflegung, sowie Investitionskosten zusammen. Für Bewohner, bei denen eine Pflegestufe zugrunde liegt, wird monatlich ein pauschaler Zuschuss von den Pflegekassen für Pflege, Unterkunft und Verpflegung, je nach Pflegestufe, gezahlt.

Bei der Berechnung der Investitionskosten stellt die Einrichtung ihre betriebsnotwendigen Investitionsauf-wendungen, soweit sie nicht durch öffentliche Förderung gedeckt sind, dem Bewohner anteilig in Rechnung.
Hier eine Beispielrechnung für unser Haus des Altenpflege (Stand März 2015)- Bitte beachten Sie, dass die Kosten in der Speziellen Dementenversorgung (Wohngemeinschaften) höher sind. Pflegesätze ab 01.09.2016 (Dauer-; Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege):

Pflegestufen Stufe I Stufe II Stufe III Stufe III +
         
Pflegeanteil 50,48 70,66 90,84 103,43
         
Unterkunft und Verpflegung 19,52 19,52 19,52 19,52
         
Investitionskosten-anteil *)
a) Einzelzimmer
b) Doppelzimmer
a) 13,01
b) 11,21
a) 13,01
b) 11,21
a) 13,01
b) 11,21
a) 13,01
b) 11,21
         

Ausbildungsumlage 

a) 0,78 
b) 0,78 
a) 0,78 
b) 0,78 
a) 0,78 
b) 0,78 
a) 0,78 
b) 0,78 
         
Heimkosten / Tag

a) 83,79
b) 81,99
a) 103,97
b) 102,17
a) 124,15
b) 122,35
a) 136,74
b) 134,94
         
Heimkosten
pro Monat
a) 2.548,89
b) 2.494,14
a) 3.162,77
b) 3.108,01
a) 3.776,64
b) 3.721,89
a) 4.159,63
b) 4.104,87
         
abzüglich Anteil
Pflegekasse
pro Monat
a) 1.064,00
b) 1.064,00
a) 1.330,00
b) 1.330,00
a) 1.612,00
b) 1.612,00
a) 1.995,00
b) 1.995,00
         
Anteil
Bewohner
pro Monat
a) 1.484,89
b) 1.430,14
a) 1.832,77
b) 1.778,01
a) 2.164,64
b) 2.109,89
a) 2.164,64
b) 2.109,89
         

Pflegesätze ab 01.10.2016 (spezielle Dementenversorgung):

Pflegestufen Stufe I Stufe II Stufe III Stufe III +
         
Pflegeanteil 62,40 82,10 101,80 114,39
         
Unterkunft und Verpflegung 19,05 19,05 19,05 19,05
         
Investitionskosten-anteil *)
a) Einzelzimmer
b) Doppelzimmer
a) 13,01
b) 11,21
a) 13,01
b) 11,21
a) 13,01
b) 11,21
a) 13,01
b) 11,21
         
Ausbildungsumlage
pro Tag
€ 0,78 € 0,78 € 0,78 € 0,78
         
Heimkosten 
Tag

a) 97,24
b) 95,44
a) 117,42
b)115,62
a) 137,60
b) 135,80
a) 150,19
b) 148,39
         
Heimkosten
pro Monat
a) 2.958,04
b) 2.903,28
a) 3.571,92
b) 3.517,16
a) 4.185,79
b) 4.131,04
a) 4.568,78
b) 4.514,02
         
abzüglich Anteil
Pflegekasse
pro Monat
a) 1.064,00
b) 1.064,00
a) 1.330,00
b) 1.330,00
a) 1.612,00
b) 1.612,00
a) 1.995,00
b) 1.995,00
         
Anteil
Bewohner
pro Monat
a) 1.894,04
b) 1.839,28
a) 2.241,92
b) 2.187,16
a) 2.573,79
b) 2.519,03
a) 2.573,78
b) 2.519,02
           

*) Abschreibung, Instandhaltung, Leasingkosten, Mieten, Wartung, Zinsen

Anteil der Pflegekasse pro Monat:

Seit dem 01.01.2015 tragen die Pflegekassen die Nachfolgenden Beträge:

Pflegestufe 1:    € 1.064,00 
Pflegestufe 2:    € 1.330,00 
Pflegestufe 3:    € 1.612,00 
Pflegestufe 3+: € 1.995,00

(Berechnung der Monatsbeträge: 30,42 Tage X Tagessatz)

Die Pflegesätze werden nach der Eingruppierung durch den Medizinischen Dienst der Pflegekassen berechnet.

Zusätzliche Leistungen, die in Anspruch genommen werden, werden gesondert abgerechnet, z. B. spezielle Näharbeiten, Friseur, Fußpflege etc.


Zuletzt aktualisiert am 2016-10-05 von Michael Lowka.

Darf ich als Tochter für meine pflegebedürftige Mutter entscheiden und unterschreiben ?

Ja, aber nur wenn eine entsprechende Vollmacht vorliegt. Ehegatten und Kinder sind nicht aufgrund der Verwandtschaftsverhältnisse automatisch vertretungsberechtigt.

Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dass der Vollmachtgeber für verschiedene Bereiche Vollmachten erteilt, wie z. B. das Vermögen, die Gesundheit, das Aufenthaltbestimmungsrecht. Ratsam ist es daher, schon frühzeitig alles Wichtige zu regeln (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsgesetz).
Auf der anderen Seite sollte sich aber auch der Vollmachtnehmer Gedanken machen, ob er alle Bereiche, für die er die Vollmacht erteilt bekam, abdecken kann oder ob gewisse Bereiche nicht besser von einem unabhängigen Dritten geregelt werden können.

Wenn keine Vollmacht vorliegt, wird auf Antrag des Vormundschaftsgerichts ein gesetzlicher Betreuer bestimmt.

Zuletzt aktualisiert am 2012-05-23 von .